
monday.com Workflows vs. Automations: Was ist der Unterschied – und wann nutzt ihr was?
TL;DR: „Automations sind einfache Wenn-Dann-Regeln pro Board. Workflows sind visuelle Multi-Step-Prozesse mit Bedingungen, Verzweigungen und Delays – und leben im Workspace."
— Till FreitagZwei Tools, ein Ziel: Weniger manuelle Arbeit
monday.com bietet zwei unterschiedliche Werkzeuge zur Prozessautomatisierung: Automations und Workflows. Beide eliminieren manuelle Arbeit – aber sie unterscheiden sich grundlegend in Komplexität, Flexibilität und Einsatzzweck.
Die Kurzversion:
- Automations = Einfache Wenn-Dann-Regeln auf Board-Ebene
- Workflows = Visuelle Multi-Step-Prozesse mit Logik, Verzweigungen und Pausen
Automations: Die schnellen Helfer
Automations kennt jeder, der monday.com nutzt. Sie bestehen aus Trigger → Bedingung (optional) → Aktion und werden direkt auf einem Board angelegt.
Typische Einsatzgebiete:
- Status ändert sich → Person zuweisen
- Datum erreicht → Erinnerung senden
- Element erstellt → Standardwerte setzen
- Status = Done → Element in Gruppe verschieben
Stärken:
- Blitzschnelle Einrichtung (unter 1 Minute)
- Über 200 vorgefertigte Rezepte
- Keine technischen Vorkenntnisse nötig
- Sofort aktiv nach dem Speichern
Grenzen:
- Nur einfache Wenn-Dann-Logik – kein If/Else-Branching
- Dynamische Werte nur vom Trigger, nicht aus vorherigen Schritten
- Ab 6–7 Schritten wird es unübersichtlich
- Gelöschte Automations können nicht wiederhergestellt werden
- Kein Delay/Pause zwischen Schritten möglich
Für einen Deep-Dive in native Automations empfehlen wir unseren Automations-Artikel.
Workflows: Der visuelle Prozess-Builder
Der Workflow Builder ist monday.coms Antwort auf komplexe, mehrstufige Prozesse. Er bietet eine visuelle Oberfläche, auf der ihr ganze Geschäftsprozesse als Flussdiagramm abbildet – mit Verzweigungen, Bedingungen und Wartezeiten.
Was Workflows anders machen:
- If/Else-Bedingungen: Verschiedene Pfade je nach Szenario (z. B. „Wenn Priorität = Hoch → eskalieren, sonst → normal weiterleiten")
- Dynamische Werte aus allen vorherigen Schritten: Nicht nur vom Trigger, sondern aus jedem Block im Workflow
- Delay-Blöcke: Pausen zwischen Schritten einbauen (z. B. „Warte 24 Stunden, dann sende Follow-up")
- Visuelle Darstellung: Der gesamte Prozess ist als Flussdiagramm sichtbar – auch für Nicht-Techniker sofort verständlich
- Archivieren & Wiederherstellen: Im Gegensatz zu Automations können Workflows archiviert und aus dem Papierkorb wiederhergestellt werden
Wo leben Workflows?
Workflows werden auf Workspace-Ebene erstellt und existieren dort als eigenständige Objekte – neben euren Boards, nicht innerhalb eines Boards.
Der direkte Vergleich
| Feature | Automations | Workflows |
|---|---|---|
| Komplexität | Einfach (A → B) | Komplex (A → Z mit Logik) |
| Einrichtung | Auf dem Board | Im Workspace |
| If/Else-Bedingungen | ❌ (nur einfache Bedingungen) | ✅ Multi-Branching |
| Dynamische Werte | Nur vom Trigger | Aus allen vorherigen Blöcken |
| Delay/Pause | ❌ | ✅ |
| Cross-Board | ✅ (begrenzt) | ✅ (umfassend) |
| Visuelle Darstellung | Liste | Flussdiagramm |
| Wiederherstellen | ❌ | ✅ (Archiv & Papierkorb) |
| Verfügbarkeit | Ab Standard | Ab Pro |
Wann nutzt ihr was?
Nutzt Automations, wenn…
- …ihr eine einfache Wenn-Dann-Regel braucht
- …die Automatisierung auf einem Board bleibt
- …ihr schnell etwas einrichten wollt ohne viel Planung
- …der Prozess linear ist (keine Verzweigungen nötig)
Nutzt Workflows, wenn…
- …der Prozess mehrere Schritte mit Bedingungen hat
- …ihr verschiedene Pfade je nach Situation braucht (If/Else)
- …Wartezeiten zwischen Schritten nötig sind (z. B. Genehmigungsprozesse)
- …ihr boardübergreifende Prozesse mit komplexer Logik abbildet
- …das ganze Team den Prozess visuell verstehen soll
Praxisbeispiel: Approval-Prozess
Mit Automations (3 separate Regeln):
Automation 1: Wenn Status = "Review" → Person zuweisen
Automation 2: Wenn Status = "Approved" → Element verschieben
Automation 3: Wenn Status = "Rejected" → Benachrichtigung sendenDas funktioniert – aber jede Regel existiert isoliert. Es gibt keine Verbindung zwischen den Schritten und keine Übersicht über den Gesamtprozess.
Mit Workflows (1 visueller Prozess):
Trigger: Status ändert sich zu "Review"
→ Approver zuweisen
→ Benachrichtigung senden
→ Warte auf Statusänderung
→ IF Status = "Approved"
→ Element in "Ready" Gruppe verschieben
→ Task in nächstem Board erstellen
→ ELSE IF Status = "Rejected"
→ Benachrichtigung an Ersteller
→ Status zurücksetzenEin Prozess, eine Ansicht, vollständige Logik.
Beide zusammen nutzen: Die beste Strategie
In der Praxis schließen sich Automations und Workflows nicht gegenseitig aus. Die beste Strategie:
- Automations für die Quick Wins: Statusänderungen, Benachrichtigungen, einfache Zuweisungen
- Workflows für die Kernprozesse: Onboarding, Genehmigungen, mehrstufige Eskalationen
- Automation Hub für den Überblick: Alle Automations und Workflows zentral im Automation Hub verwalten
Und wenn beides nicht reicht?
Sowohl Automations als auch Workflows haben ihre Grenzen – besonders bei Multi-System-Integrationen, komplexen Datentransformationen oder Schleifen über Datensätze. In diesen Fällen braucht ihr eine Middleware-Plattform wie Make oder n8n.
Unsere Erfahrung zeigt: Teams, die monday.com ernsthaft nutzen, arbeiten früher oder später mit einer Kombination aus nativen Automations + Workflows + externer Middleware. Je früher ihr euch mit allen drei Ebenen vertraut macht, desto reibungsloser skalieren eure Prozesse.
Fazit
Automations und Workflows sind keine Konkurrenten – sie sind komplementäre Werkzeuge auf einem Spektrum von einfach bis komplex. Der Schlüssel liegt darin, das richtige Tool für den richtigen Anwendungsfall zu wählen:
- Einfach und schnell? → Automation
- Komplex und visuell? → Workflow
- Systemübergreifend? → Middleware
Ihr wollt eure Prozesse auf das nächste Level bringen? Lasst uns in einem Workshop gemeinsam draufschauen – wir helfen euch, die richtige Kombination aus Automations, Workflows und Middleware für euer Setup zu finden. 🚀
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