Leuchtender Workflow-Graph mit verzweigten Pfaden als Symbol für monday.com Workflow Builder

    monday.com Workflows vs. Automations: Was ist der Unterschied – und wann nutzt ihr was?

    Ben BöhmerBen Böhmer6. März 20264 min read
    Till Freitag

    TL;DR: „Automations sind einfache Wenn-Dann-Regeln pro Board. Workflows sind visuelle Multi-Step-Prozesse mit Bedingungen, Verzweigungen und Delays – und leben im Workspace."

    — Till Freitag

    Zwei Tools, ein Ziel: Weniger manuelle Arbeit

    monday.com bietet zwei unterschiedliche Werkzeuge zur Prozessautomatisierung: Automations und Workflows. Beide eliminieren manuelle Arbeit – aber sie unterscheiden sich grundlegend in Komplexität, Flexibilität und Einsatzzweck.

    Die Kurzversion:

    • Automations = Einfache Wenn-Dann-Regeln auf Board-Ebene
    • Workflows = Visuelle Multi-Step-Prozesse mit Logik, Verzweigungen und Pausen

    Automations: Die schnellen Helfer

    Automations kennt jeder, der monday.com nutzt. Sie bestehen aus Trigger → Bedingung (optional) → Aktion und werden direkt auf einem Board angelegt.

    Typische Einsatzgebiete:

    • Status ändert sich → Person zuweisen
    • Datum erreicht → Erinnerung senden
    • Element erstellt → Standardwerte setzen
    • Status = Done → Element in Gruppe verschieben

    Stärken:

    • Blitzschnelle Einrichtung (unter 1 Minute)
    • Über 200 vorgefertigte Rezepte
    • Keine technischen Vorkenntnisse nötig
    • Sofort aktiv nach dem Speichern

    Grenzen:

    • Nur einfache Wenn-Dann-Logik – kein If/Else-Branching
    • Dynamische Werte nur vom Trigger, nicht aus vorherigen Schritten
    • Ab 6–7 Schritten wird es unübersichtlich
    • Gelöschte Automations können nicht wiederhergestellt werden
    • Kein Delay/Pause zwischen Schritten möglich

    Für einen Deep-Dive in native Automations empfehlen wir unseren Automations-Artikel.

    Workflows: Der visuelle Prozess-Builder

    Der Workflow Builder ist monday.coms Antwort auf komplexe, mehrstufige Prozesse. Er bietet eine visuelle Oberfläche, auf der ihr ganze Geschäftsprozesse als Flussdiagramm abbildet – mit Verzweigungen, Bedingungen und Wartezeiten.

    Was Workflows anders machen:

    • If/Else-Bedingungen: Verschiedene Pfade je nach Szenario (z. B. „Wenn Priorität = Hoch → eskalieren, sonst → normal weiterleiten")
    • Dynamische Werte aus allen vorherigen Schritten: Nicht nur vom Trigger, sondern aus jedem Block im Workflow
    • Delay-Blöcke: Pausen zwischen Schritten einbauen (z. B. „Warte 24 Stunden, dann sende Follow-up")
    • Visuelle Darstellung: Der gesamte Prozess ist als Flussdiagramm sichtbar – auch für Nicht-Techniker sofort verständlich
    • Archivieren & Wiederherstellen: Im Gegensatz zu Automations können Workflows archiviert und aus dem Papierkorb wiederhergestellt werden

    Wo leben Workflows?

    Workflows werden auf Workspace-Ebene erstellt und existieren dort als eigenständige Objekte – neben euren Boards, nicht innerhalb eines Boards.

    Der direkte Vergleich

    Feature Automations Workflows
    Komplexität Einfach (A → B) Komplex (A → Z mit Logik)
    Einrichtung Auf dem Board Im Workspace
    If/Else-Bedingungen ❌ (nur einfache Bedingungen) ✅ Multi-Branching
    Dynamische Werte Nur vom Trigger Aus allen vorherigen Blöcken
    Delay/Pause
    Cross-Board ✅ (begrenzt) ✅ (umfassend)
    Visuelle Darstellung Liste Flussdiagramm
    Wiederherstellen ✅ (Archiv & Papierkorb)
    Verfügbarkeit Ab Standard Ab Pro

    Wann nutzt ihr was?

    Nutzt Automations, wenn…

    • …ihr eine einfache Wenn-Dann-Regel braucht
    • …die Automatisierung auf einem Board bleibt
    • …ihr schnell etwas einrichten wollt ohne viel Planung
    • …der Prozess linear ist (keine Verzweigungen nötig)

    Nutzt Workflows, wenn…

    • …der Prozess mehrere Schritte mit Bedingungen hat
    • …ihr verschiedene Pfade je nach Situation braucht (If/Else)
    • Wartezeiten zwischen Schritten nötig sind (z. B. Genehmigungsprozesse)
    • …ihr boardübergreifende Prozesse mit komplexer Logik abbildet
    • …das ganze Team den Prozess visuell verstehen soll

    Praxisbeispiel: Approval-Prozess

    Mit Automations (3 separate Regeln):

    Automation 1: Wenn Status = "Review"Person zuweisen
    Automation 2: Wenn Status = "Approved"Element verschieben
    Automation 3: Wenn Status = "Rejected"Benachrichtigung senden

    Das funktioniert – aber jede Regel existiert isoliert. Es gibt keine Verbindung zwischen den Schritten und keine Übersicht über den Gesamtprozess.

    Mit Workflows (1 visueller Prozess):

    Trigger: Status ändert sich zu "Review"
    → Approver zuweisen
    → Benachrichtigung senden
    → Warte auf Statusänderung
      → IF Status = "Approved"
          → Element in "Ready" Gruppe verschieben
          → Task in nächstem Board erstellen
      → ELSE IF Status = "Rejected"
          → Benachrichtigung an Ersteller
          → Status zurücksetzen

    Ein Prozess, eine Ansicht, vollständige Logik.

    Beide zusammen nutzen: Die beste Strategie

    In der Praxis schließen sich Automations und Workflows nicht gegenseitig aus. Die beste Strategie:

    1. Automations für die Quick Wins: Statusänderungen, Benachrichtigungen, einfache Zuweisungen
    2. Workflows für die Kernprozesse: Onboarding, Genehmigungen, mehrstufige Eskalationen
    3. Automation Hub für den Überblick: Alle Automations und Workflows zentral im Automation Hub verwalten

    Und wenn beides nicht reicht?

    Sowohl Automations als auch Workflows haben ihre Grenzen – besonders bei Multi-System-Integrationen, komplexen Datentransformationen oder Schleifen über Datensätze. In diesen Fällen braucht ihr eine Middleware-Plattform wie Make oder n8n.

    Unsere Erfahrung zeigt: Teams, die monday.com ernsthaft nutzen, arbeiten früher oder später mit einer Kombination aus nativen Automations + Workflows + externer Middleware. Je früher ihr euch mit allen drei Ebenen vertraut macht, desto reibungsloser skalieren eure Prozesse.

    Fazit

    Automations und Workflows sind keine Konkurrenten – sie sind komplementäre Werkzeuge auf einem Spektrum von einfach bis komplex. Der Schlüssel liegt darin, das richtige Tool für den richtigen Anwendungsfall zu wählen:

    • Einfach und schnell? → Automation
    • Komplex und visuell? → Workflow
    • Systemübergreifend? → Middleware

    Ihr wollt eure Prozesse auf das nächste Level bringen? Lasst uns in einem Workshop gemeinsam draufschauen – wir helfen euch, die richtige Kombination aus Automations, Workflows und Middleware für euer Setup zu finden. 🚀

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