3D-Visualisierung gestaffelter Glas-Panels mit Performance-Gauges, Bundle-Size-Metern und einem Filter-Trichter – Symbolbild für Make Performance-Optimierung

    make.com Performance & Operations-Optimierung: Bundle-Size, Filter, Aggregatoren (2026)

    Malte LenschMalte Lensch16. April 20266 min Lesezeit
    Till Freitag

    TL;DR: „Performance in Make.com ist eine Operations-Frage: Filter so früh wie möglich setzen, Bundles minimal halten, Aggregatoren statt Loops nutzen und Sub-Szenarien für Wiederverwendung & Parallelisierung – das senkt Kosten um 40–70 % und Laufzeiten oft um Faktor 5."

    — Till Freitag

    Warum Performance in Make.com gleich Geld bedeutet

    Anders als bei n8n (self-hosted) oder einem eigenen Worker zahlst du in Make für jede ausgeführte Operation. Ein Szenario, das 10.000 Bundles pro Tag verarbeitet und pro Bundle 8 statt 4 Operationen braucht, kostet dich am Ende des Monats das Doppelte – ohne dass irgendjemand mehr Output bekommt.

    Performance-Optimierung in Make ist deshalb keine kosmetische Übung, sondern direkt sichtbare Cost Engineering. Und sie verbessert nebenbei auch noch Laufzeit, Stabilität und Wartbarkeit.

    Die fünf Hebel im Überblick

    Hebel Effekt auf Operations Effekt auf Laufzeit Aufwand
    Filter früh setzen ⬇⬇⬇ ⬇⬇ Niedrig
    Bundle-Size reduzieren ⬇⬇ ⬇⬇⬇ Mittel
    Aggregator statt Loop ⬇⬇ ⬇⬇ Mittel
    Sub-Szenarien & Parallelisierung ⬇⬇⬇ Hoch
    Caching via Data Stores ⬇⬇⬇ ⬇⬇ Mittel

    Im Rest des Artikels gehen wir jeden Hebel mit konkreten Patterns durch.

    Hebel 1: Filter so früh wie möglich

    Regel: Jeder Bundle, der nach Modul N nicht mehr gebraucht wird, hätte nach Modul 1 verworfen werden müssen.

    Anti-Pattern

    Trigger: List Items (500 Bundles)
      → Get additional data (500× API-Call)
        → Transform (500×)
          → Filter: only status = "active" (50 Bundles übrig)
            → Write to monday (50×)

    Kosten: 500 + 500 + 500 + 50 = 1.550 Operationen für 50 sinnvolle Outputs.

    Pattern

    Trigger: List Items mit Server-Side-Filter "status=active" (50 Bundles)
      → Get additional data (50×)
        → Transform (50×)
          → Write to monday (50×)

    Kosten: 50 + 50 + 50 + 50 = 200 Operationen. Faktor 7 Ersparnis.

    Konkret heißt das

    • Server-Side filtern wann immer die API es erlaubt (monday Items by Column Value, Airtable Filter Formula, HubSpot Search API mit Filter Group)
    • Make-Filter direkt nach dem Trigger einsetzen, nicht erst vor dem letzten Modul
    • Router mit Filter statt mehrerer paralleler Filter-Pfade – einmal entscheiden, dann splitten

    Hebel 2: Bundle-Size aktiv kontrollieren

    Jedes Modul transportiert ein Bundle. Je größer das Bundle, desto langsamer die Verarbeitung – besonders bei JSON-Parsing, Iteratoren und HTTP-Requests.

    Pattern: Set Variable mit Whitelist

    Direkt nach dem Trigger ein Set Multiple Variables-Modul, das nur die Felder weitergibt, die wirklich gebraucht werden:

    {
      "id": {{1.id}},
      "email": {{1.contact.email}},
      "amount": {{1.deal.amount}}
    }

    Statt das komplette 50-Felder-Bundle weiterzuschleifen, arbeitet die Restkette mit einem schlanken 3-Felder-Objekt. Effekte:

    • HTTP-Module sind messbar schneller
    • Iterator/Aggregator-Speicher schrumpft drastisch
    • Du dokumentierst implizit, welche Daten überhaupt verwendet werden

    Anti-Pattern: "Pass through everything"

    Nie das ganze {{1.}}-Bundle in einen HTTP-Body kippen, "weil das Backend sich schon das Richtige rauspickt". Das verschwendet Bandbreite, vergrößert Logs und macht Schema-Änderungen unsichtbar gefährlich.

    Hebel 3: Aggregator statt Iterator + Loop

    Iteratoren in Make multiplizieren die Operations-Zahl mit der Bundle-Anzahl. Bei großen Listen ist das tödlich. Aggregatoren rollen mehrere Bundles in eines zusammen – und damit auch deren API-Calls.

    Anti-Pattern: 100× Einzel-Insert

    Iterator (100 Bundles)
      → HTTP POST /api/items (100× ein Item)

    Kosten: 100 Operationen + 100 API-Calls + Rate-Limit-Risiko.

    Pattern: Array Aggregator → Bulk-Insert

    Iterator (100 Bundles)
      → Array Aggregator (group all)
        → HTTP POST /api/items/bulk (1× 100 Items)

    Kosten: 1 Operation für den Bulk-Call. Plus: viele APIs (monday, HubSpot, Notion, Airtable) liefern Bulk-Endpoints mit deutlich besserer Rate-Limit-Quote.

    Wann welcher Aggregator?

    Aggregator Use Case
    Array Aggregator Mehrere Bundles → ein JSON-Array (Bulk-API-Calls)
    Text Aggregator Bundles → ein Text (Slack-Message, E-Mail-Body, Markdown-Report)
    Numeric Aggregator Summen, Durchschnitte, Zählungen
    Table Aggregator CSV/HTML-Tabellen für E-Mails oder Reports

    Hebel 4: Sub-Szenarien & Parallelisierung

    Sub-Szenarien sind in Make das, was Funktionen im Code sind: wiederverwendbare Bausteine mit klarem Interface (Input + Output). Sie bringen drei Performance-Vorteile:

    1. Parallelisierung: Sub-Szenarien laufen asynchron in eigenen Workern
    2. Granularität: Du kannst einzelne Sub-Szenarien gezielt skalieren oder neu deployen
    3. Wartbarkeit: Bug-Fix an einer Stelle wirkt überall

    Pattern: Fan-Out mit Sub-Szenarien

    Hauptszenario:
      Trigger → Iterator (1.000 Bundles)
        → Make a call: "process-single-item" Sub-Szenario (async)
    
    Sub-Szenario "process-single-item":
      Trigger: Webhook
        → Enrich → Validate → Write

    Statt seriell 1.000 Bundles im Hauptszenario abzuarbeiten, feuert das Hauptszenario 1.000 Webhook-Calls und ist nach Sekunden fertig. Die Sub-Szenarien laufen parallel mit deinem Operations-Plan-Limit.

    ⚠️ Vorsicht bei Rate-Limits der Ziel-API. Parallelisierung verschiebt das Bottleneck oft vom Make-Worker zur Ziel-API. Plane Throttling über Sleep-Module oder Queue-Patterns ein.

    Anti-Pattern: Monster-Szenario

    Ein einziges Szenario mit 40 Modulen, drei Routern und zwei verschachtelten Iteratoren ist:

    • Schwer zu testen
    • Schwer zu monitoren
    • Bei einem einzigen Fehler komplett am Boden

    Faustregel: Wenn ein Szenario mehr als 15–20 Module hat, gehört es aufgeteilt.

    Hebel 5: Caching via Data Stores

    Wiederholte API-Calls für selten ändernde Daten sind reines Operations-Verbrennen. Make Data Stores eignen sich als günstiger Cache.

    Pattern: Lookup-Cache für Stammdaten

    1. Search Data Store: key = customer_id
    2. Router:
       - Branch A: Wenn gefunden  Bundle hat Daten, weiter
       - Branch B: Wenn nicht  API-Call  Add to Data Store  weiter

    Erster Call eines customer_id kostet einen API-Call. Alle weiteren – bis zum TTL-Ablauf – sind ein einzelner Data-Store-Read. Bei 1.000 Bundles mit nur 50 unique Customers spart das 950 API-Calls pro Lauf.

    TTL & Invalidierung

    Data Stores haben kein natives TTL. Bau dir das:

    • Speichere cached_at als Feld
    • Filter beim Lookup: cached_at > now() - 24h
    • Periodisches Cleanup-Szenario, das alte Records löscht

    Performance-Anti-Patterns auf einen Blick

    Filter ganz am Ende statt am Anfang – multipliziert Operationen 5–20×

    HTTP-Module ohne Timeout – ein hängendes API kann ein ganzes Szenario blockieren und die Operations bis zum Timeout verbrennen

    Iterator → einzelne Inserts – statt Array Aggregator → Bulk-Insert

    Volle Bundles durch alle Module schleifen – statt Set Variable mit Whitelist

    "Run scenario every minute" für Polling – statt Webhook oder Trigger-Modul

    Wiederholte API-Calls für gleiche Stammdaten – statt Data-Store-Cache

    Ein Mega-Szenario – statt sauber geschnittene Sub-Szenarien

    Mess- und Optimierungs-Workflow

    Ohne Messung ist Optimierung Glücksspiel. So gehst du strukturiert vor:

    1. Baseline messen

    • Operations pro Lauf: aus Make-History
    • Laufzeit: Differenz started_at / finished_at
    • Bundle-Anzahl pro Modul: in Run-Detail sichtbar

    2. Hotspots identifizieren

    Sortiere die Module nach Operations-Verbrauch. Oft sind 80 % der Operationen in 20 % der Module – meistens HTTP-Calls in Loops oder fehlende frühe Filter.

    3. Eine Änderung pro Iteration

    Optimiere immer eine Variable, miss erneut, vergleiche. Sonst weißt du nicht, welcher Hebel was gebracht hat.

    4. Operations-Budget definieren

    Lege pro kritischem Szenario ein Operations-Budget pro Bundle fest (z.B. "Max 8 Ops pro Lead"). Sobald ein Lauf signifikant darüber liegt, ist das ein Alarm-Signal – meistens hat sich an der API-Antwort oder den Eingangsdaten etwas geändert.

    Ergänzend: Wie du Operations und Laufzeit kontinuierlich überwachst, zeigt unser Monitoring & Observability Guide.

    Praxis-Checkliste für Performance-Reviews

    • Filter sitzen direkt nach Trigger oder Datenquelle
    • Server-Side-Filter genutzt, wo API es erlaubt
    • Set Variable mit Whitelist nach dem Trigger
    • Iteratoren laufen über Aggregatoren in Bulk-Calls
    • Bulk-Endpoints der Ziel-APIs genutzt
    • Sub-Szenarien für wiederverwendete Logik
    • Lange Loops parallelisiert via Sub-Szenario-Webhooks
    • Wiederholte Lookups gecacht via Data Stores
    • HTTP-Module haben Timeout & Error-Routes
    • Operations-Budget pro Szenario dokumentiert
    • Monitoring auf Operations-Trend aktiv

    Verwandte Guides

    Wir tunen produktive Make-Setups

    Als make.com Certified Partner machen wir Performance-Audits für Teams mit hohen Operations-Volumen. Typisches Ergebnis: 40–70 % Operations-Ersparnis bei gleichzeitig schnellerer und stabilerer Ausführung.

    → Performance-Audit anfragen

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