Die wichtigsten Stimmen im Europäischen AI-Space 2026

    Die wichtigsten Stimmen im Europäischen AI-Space 2026

    9. Mai 202613 min LesezeitDeep Dive
    Till Freitag

    TL;DR: „Eine wachsende, kuratierte Liste der wichtigsten europäischen Stimmen im AI-Space – sortiert nach Builder & Foundation Models, Wissenschaft & Analyse, Policy & Ökosystem sowie DACH-Investoren & Operator. Mit Kernaussagen und Links zu den Plattformen, auf denen sie publizieren."

    — Till Freitag

    Warum diese Liste?

    Der AI-Diskurs wird global von einer Handvoll US-Stimmen dominiert – Karpathy, Mollick, Altman, Amodei. Wer aber als europäischer Builder, Founder oder Operator wirklich relevant bleiben will, braucht europäische Frequenzen: Menschen, die im hiesigen Markt operieren, EU-Regulatorik mitdenken und ihre Erkenntnisse in Formaten teilen, die zwischen Pendeln, Kalender-Slot und Side-Project konsumierbar sind.

    Diese Liste ist bewusst kurz und wird laufend ergänzt. Kein Ranking, sondern eine Empfehlung, wem wir bei AI First Builders selbst regelmäßig zuhören – und warum. Wir gliedern sie in vier Kategorien: Builder & Foundation Models, Wissenschaft & Analyse, Policy & Ökosystem sowie DACH-Investoren & Operator. Innerhalb jeder Kategorie sind die Stimmen alphabetisch sortiert.

    Builder & Foundation Models

    Wer Modelle, Tools und Produkte selbst baut – die Praktiker, an deren Output sich der Rest der Szene orientiert.

    Amichay Even Chen

    Amichay ist eine der lautesten Praktiker-Stimmen für Vibe Coding und AI-gestützte Produktentwicklung in Europa. Er zeigt nicht in Slides, was möglich wäre – er filmt, wie er es live baut. Dieser „Show, don't tell"-Ansatz hat seinen YouTube-Kanal innerhalb kurzer Zeit zu einer der besten Quellen für ehrliche Lovable-, Cursor- und Claude-Workflows gemacht.

    Kernaussagen:

    • „Stop talking about AI tools. Open one and ship something today." – Sein roter Faden gegen das Konferenz-Geschwätz.
    • Production-Quality entsteht nicht durch ein einziges Mega-Prompt, sondern durch eine Sequenz aus klaren, kleinen Iterationen – ein Prinzip, das wir auch in unserem Vibe Coding Marketing Hub zentral verankern.

    Wo er publiziert: YouTube – @AmichayEvenChen und LinkedIn, wo er Build-Logs, Fails und Templates teilt.

    Arthur Mensch

    Arthur Mensch ist Mitgründer und CEO von Mistral AI – Europas wichtigstem Foundation-Model-Lab. Er ist der seltene Fall eines Top-ML-Forschers (Ex-DeepMind), der parallel überzeugend Industriepolitik artikulieren kann. Wenn in Brüssel über europäische AI-Souveränität diskutiert wird, ist er Referenz Nummer eins.

    Kernaussagen:

    • „Open weights are the only way Europe stays in the game." – Sein Argument, warum offene Modelle kein Idealismus, sondern strategische Notwendigkeit sind.
    • Effizienz schlägt Modellgröße – Mistral-Modelle gewinnen bei einer Fraktion der Compute-Kosten, was die Hyperscaler-Logik in Frage stellt.

    Wo er publiziert: Keynotes & Interviews (zuletzt prominent auf VivaTech und im a16z-Podcast), Mistral-Blog und LinkedIn.

    Clément Delangue

    Clément ist CEO und Mitgründer von Hugging Face – dem GitHub für Machine Learning und damit dem heimlichen Backbone des europäischen Open-Source-AI-Stacks. Französischer Gründer, US-HQ, aber konsequent europäische Werte: Offenheit, Reproduzierbarkeit, Community.

    Kernaussagen:

    • „Open-source AI is winning – and it's not even close." – Seine wiederkehrende These auf LinkedIn, mit Daten aus dem Hugging-Face-Hub belegt.
    • Er positioniert Open Source als das eigentliche Sicherheits-Modell der AI-Branche, nicht als deren Gegenpol.

    Wo er publiziert: LinkedIn (sein Hauptkanal), Hugging-Face-Blog und regelmäßig in Interviews bei Stratechery, The Verge und Lex Fridman.

    Demis Hassabis

    Mitgründer und CEO von Google DeepMind in London, Nobelpreisträger für Chemie 2024 (AlphaFold). Wenn man UK noch zu Europa zählt, ist er die wissenschaftlich gewichtigste AI-Stimme des Kontinents – und einer der wenigen, der Frontier-Research und Produkt-Roadmap (Gemini) glaubwürdig zusammendenkt.

    Kernaussagen:

    • AGI als wissenschaftliches Werkzeug: AI-Fortschritt sollte sich daran messen lassen, welche bisher ungelösten Probleme (Proteinfaltung, Materialwissenschaft, Fusion) er aufschließt.
    • Er warnt konsequent vor einem rein produkt- und benchmarkgetriebenen Race und plädiert für Safety-by-Design auf Modellebene.

    Wo er publiziert: LinkedIn, DeepMind-Blog sowie Interviews bei Lex Fridman, Dwarkesh und in Nature/Science.

    Jonas Andrulis

    Jonas Andrulis ist Gründer und CEO von Aleph Alpha – dem deutschen Versuch eines souveränen Foundation-Model-Anbieters. Unabhängig davon, wie man die Marktposition bewertet: Er ist die wichtigste deutsche Stimme zum Thema digitale Souveränität, On-Premise-AI und Enterprise-Compliance.

    Kernaussagen:

    • „Souveränität ist kein Feature, sondern eine Architekturfrage." – sein roter Faden gegen reine Cloud-Abhängigkeit von US-Hyperscalern.
    • Aleph Alpha hat den Pivot von Foundation-Models hin zu Enterprise-AI-OS für Verwaltung & Industrie vollzogen – ein Lehrstück darüber, wie europäische AI-Player Nischen besetzen können.

    Wo er publiziert: LinkedIn, Aleph-Alpha-Blog und als Gast im OMR Podcast und in Bundestag-Anhörungen.

    Mustafa Suleyman

    Britischer Mitgründer von DeepMind und Inflection, heute CEO von Microsoft AI. Sein Buch „The Coming Wave" gehört zur Pflichtlektüre für jeden, der die geopolitische und Containment-Dimension von AI ernst nehmen will.

    Kernaussagen:

    • „Containment is the central challenge of our era." – Sein Argument, dass AI und Synthetic Biology eine neue Klasse von Dual-Use-Technologien sind, die klassische Regulierung überfordern.
    • Er positioniert die Microsoft-AI-Strategie konsequent als „AI Companion" statt als Agent-only-Stack.

    Wo er publiziert: LinkedIn, mustafa-suleyman.ai, Buch The Coming Wave sowie Interviews bei Hard Fork, The Diary of a CEO und 60 Minutes.

    Ségolène Martin

    Mitgründerin und CEO von Kantify in Brüssel – AI-Drug-Discovery aus Belgien. Sie war Belgian Ambassador von Women in AI und saß bis 2023 im Board des Global Partnership on AI. Eine der seltenen Stimmen, die Vertical-AI im Life-Science-Bereich mit europäischer Policy-Realität verknüpft.

    Kernaussagen:

    • Europas AI-Chance liegt in regulierten, datentiefen Domänen – Health, Pharma, Climate – nicht in horizontalen Chat-Layern.
    • Sie argumentiert, dass der AI Act für regulierte Branchen eher Beschleuniger als Bremse sein kann, wenn man früh integriert.

    Wo sie publiziert: LinkedIn, Kantify-Insights und Bühnen wie EU AI Week, Web Summit und Slush.

    Zuzanna Stamirowska

    Mitgründerin und CEO von Pathway (Polen/USA) – einem der wenigen europäischen Labs, die mit einer post-Transformer-Architektur (BDH) an Foundation Models arbeiten. Ein wichtiger Datenpunkt gegen die Erzählung, Europa baue keine Modelle auf Frontier-Niveau.

    Kernaussagen:

    • Continual Learning statt periodisches Re-Training ist die eigentliche Lücke zwischen LLMs und produktiver Enterprise-AI.
    • Sie macht sichtbar, dass architektonische Diversität jenseits der Transformer-Familie wieder Investitions-Thema werden muss.

    Wo sie publiziert: LinkedIn, Pathway-Blog und Konferenz-Keynotes (NeurIPS, EU AI Week).

    Wissenschaft & Analyse

    Stimmen, die einordnen statt verkaufen – akademisch oder als Langzeit-Beobachter.

    Björn Ommer

    Professor an der LMU München, Leiter der Computer Vision & Learning Group und einer der Mit-Erfinder von Stable Diffusion. 2024 mit dem Deutschen KI-Preis ausgezeichnet. Wer verstehen will, warum generative Bildmodelle in Europa möglich waren – und was open weights wissenschaftlich bedeuten – kommt an ihm nicht vorbei.

    Kernaussagen:

    • Demokratisierung durch Effizienz: Stable Diffusion war kein Skalierungs-, sondern ein Algorithmus-Durchbruch – ein Modell für europäische AI-Strategie insgesamt.
    • Er warnt davor, AI-Forschungspolitik nur über Compute-Budgets zu definieren und vergisst dabei nicht den Lehrstuhl-Layer.

    Wo er publiziert: ommer-lab.com, Vorträge im Bayerischen KI-Rat, Interviews bei BR, Zeit, FAZ und auf akademischen Konferenzen (CVPR, NeurIPS).

    Fabian Westerheide

    Fabian Westerheide ist seit über einem Jahrzehnt einer der konstantesten KI-Beobachter im deutschsprachigen Raum – Investor, Veranstalter (Rise of AI) und Stammgast im heise KI-Update. Seine Stärke: Er ordnet aktuelle Hype-Wellen geduldig in 10-Jahres-Trends ein.

    Kernaussagen:

    • „Wer KI nur als Tool versteht, hat sie nicht verstanden – sie ist eine neue Produktivkraft."
    • Er argumentiert konsequent dafür, dass Deutschland nicht beim Foundation-Model-Layer, sondern beim angewandten Industrial-AI-Layer investieren muss.

    Wo er publiziert: sein Blog fabian-westerheide.de, regelmäßig im heise KI-Update, LinkedIn und seine Konferenz Rise of AI.

    Hannah Bast

    Professorin für Algorithmen und Datenstrukturen an der Universität Freiburg. Bekannt für QLever (semantische Suche auf Wikidata) und als eine der konsequentesten Stimmen für wissenschaftliche Strenge im LLM-Hype. Wer Halluzinationen, Retrieval und Knowledge Graphs ernst nimmt, hört ihr zu.

    Kernaussagen:

    • LLMs ohne strukturierte Wissensbasis bleiben Wahrscheinlichkeitsmaschinen – RAG ist die halbe, Knowledge Graphs die andere Hälfte der Lösung.
    • Sie betont, dass Reproduzierbarkeit und Evaluation in der angewandten KI-Forschung systematisch unterschätzt werden.

    Wo sie publiziert: ad.informatik.uni-freiburg.de, Vorträge auf der Gesellschaft für Informatik, Bundestag-Anhörungen und Hochschulkonferenzen.

    Peter Buxmann

    Professor für Wirtschaftsinformatik (Software & AI Business) an der TU Darmstadt und Co-Host des F.A.Z. KI-Podcasts. Sein Format mit Holger Schmidt ist eine der hörbarsten Brücken zwischen Wissenschaft und deutscher Wirtschafts-Realität.

    Kernaussagen:

    • AI-Adoption im Mittelstand entscheidet über Deutschlands Produktivität – nicht die Frage, wer das nächste Foundation Model trainiert.
    • Er zeigt empirisch, wie Datenkultur und Geschäftsmodell-Innovation den eigentlichen Engpass bilden, nicht die Technologie.

    Wo er publiziert: peterbuxmann.de, F.A.Z. KI-Podcast, LinkedIn und Lehrstuhl-Publikationen TU Darmstadt.

    Policy & Ökosystem

    Wer das regulatorische und institutionelle Spielfeld in Europa prägt, auf dem alle anderen bauen.

    Andrea Renda

    Andrea Renda ist Director of Research bei CEPS (Centre for European Policy Studies) in Brüssel und Professor am European University Institute. Wer die strukturelle Policy-Analyse hinter EU-Initiativen wie AI Act, Data Act oder Cloud-Sovereignty-Strategien sucht, findet sie bei ihm und seinem Team.

    Kernaussagen:

    • Europäische AI-Politik leidet weniger an fehlenden Gesetzen als an fragmentierter Umsetzung zwischen Mitgliedsstaaten.
    • Er argumentiert für eine integrierte Innovations-, Industrie- und Regulierungsagenda statt isolierter Einzelinstrumente.

    Wo er publiziert: LinkedIn, CEPS-Publikationen, Beiratsfunktionen (OECD AI, EU High-Level Expert Group) und akademische Journals.

    Gabriele Mazzini

    Gabriele Mazzini ist Architekt und Lead-Author des EU AI Act – er hat den ursprünglichen Kommissionsentwurf konzipiert und durch die Trilog-Verhandlungen begleitet. Heute Research Affiliate am MIT Media Lab und einer der wichtigsten Übersetzer zwischen Brüsseler Gesetzgebung und globaler AI-Industrie.

    Kernaussagen:

    • Gute Regulierung beginnt mit Evidenz, nicht mit Symbolik – sein wiederkehrendes Plädoyer gegen reaktive AI-Gesetzgebung.
    • Er macht früh sichtbar, wo der AI Act operationale Lücken lässt (Definitionen, GPAI-Schwellen, Enforcement-Kapazität) und welche delegierten Akte 2026/2027 wirklich zählen.

    Wo er publiziert: LinkedIn, Vorträge an MIT, Harvard, OECD sowie Fachartikel in juristischen und policy-orientierten Outlets.

    Kai Zenner

    Kai Zenner ist Head of Office bei MEP Axel Voss im Europäischen Parlament und faktisch einer der wichtigsten operativen Köpfe hinter dem EU AI Act. Wer verstehen will, was Compliance, GPAI-Code-of-Practice und Enforcement 2026 wirklich bedeuten, liest ihn vor allen Kanzlei-Newslettern.

    Kernaussagen:

    • Der AI Act ist ein Rahmen, kein Endzustand – delegierte Rechtsakte und Standards entscheiden, wie Compliance praktisch aussieht.
    • Er macht früh sichtbar, wo Pflichten on-the-ground beginnen – nicht erst, wenn Behörden Bußgelder verschicken.

    Wo er publiziert: LinkedIn (sehr aktiv, oft Multi-Page-Carousels zu Detailfragen) und als Fellow of Practice an der TU München sowie auf europäischen Policy-Foren.

    Vanessa Cann

    Vanessa Cann war lange Geschäftsführerin des KI-Bundesverbands und ist heute selbst Gründerin sowie eine der profiliertesten Keynote-Speakerinnen Europas zum Thema AI in der Praxis. Sie verbindet Policy-Verständnis mit konkretem Implementierungs-Know-how aus Fortune-500-Projekten.

    Kernaussagen:

    • „AI-Adoption scheitert selten an der Technik – fast immer an Governance und Change."
    • Sie macht sichtbar, dass Europa beim AI-Talent-Pool unterschätzt wird, wenn man nur auf Modelle und nicht auf Operator schaut.

    Wo sie publiziert: LinkedIn, vanessacann.com sowie regelmäßig auf Bühnen wie OMR, DLD und dem AI Summit.

    DACH-Investoren & Operator

    Die Stimmen, die im deutschsprachigen Markt die Brücke zwischen Kapital, Strategie und operativer Umsetzung bauen.

    Jenny Podewils

    Mitgründerin und Co-CEO von Leapsome – einer der profiliertesten Berliner SaaS-Founderinnen und im OMR-Speaker-Pool feste Größe. Sie steht für People-AI: wie AI HR-, Performance- und Enablement-Prozesse in Konzernen wirklich verändert (über 80 % der Manager nutzen laut Leapsome-Research bereits AI im People-Kontext).

    Kernaussagen:

    • „AI verändert HR schneller als jede Compliance-Welle der letzten 20 Jahre."
    • Sie argumentiert, dass AI-Adoption auf Mitarbeiter-Ebene der eigentliche Hebel ist – nicht zentrale Tool-Strategien aus dem CIO-Office.

    Wo sie publiziert: LinkedIn, Leapsome-Blog & Research sowie Bühnen wie OMR, SaaStock und HR-Tech-Konferenzen.

    Adjacent in Legal-AI: Wer auf Europas wichtigste Legal-AI-Stimme hören will, sollte zusätzlich Max Junestrand (CEO von Legora, ex-Leya) auf dem Schirm haben – schwedischer Founder, mittlerweile Default-Stack vieler europäischer Großkanzleien.

    Judith Dada

    Judith Dada ist General Partner bei Visionaries Club und eine der schärfsten europäischen VC-Stimmen zur Frage „Verliert Europa das AI-Rennen?". Ihre Antwort: nein – aber Europa drückt sich um die schweren Teile (Modelle, Infrastruktur) und konzentriert sich zu bequem auf die Application-Layer.

    Kernaussagen:

    • „Europe is not losing the AI race, it's avoiding the hard parts." – ihr Podcast-Statement, das in der DACH-VC-Szene 2026 viel zitiert wird.
    • Sie plädiert dafür, dass europäische Founder strategisch in Infrastruktur investieren, statt nur AI-Wrapper zu bauen.

    Wo sie publiziert: LinkedIn, Gastauftritte in Follow the Gradient und auf europäischen Tech-Bühnen (Slush, NOAH).

    Léa Steinacker & Aleksandra Sołtysińska (ada Learning)

    Léa Steinacker (Mitgründerin, heute CEO GaiaLogic & Board Weleda) und Aleksandra Sołtysińska prägen mit dem ada Lovelace Festival und den ada-Fellowships Deutschlands Default-Bühne für AI-Literacy. Wer im Konzernumfeld AI-Adoption über reine Tool-Trainings hinaus denken will, kommt an ada nicht vorbei.

    Kernaussagen:

    • AI-Literacy ist eine Führungs- und Kulturfrage – nicht primär eine technische Schulung.
    • Sie machen sichtbar, wie groß der Skill- und Confidence-Gap zwischen Top-Management und operativer Ebene tatsächlich ist – und wie man ihn schließt.

    Wo sie publizieren: Léa Steinacker auf LinkedIn, ada Learning inkl. Festival, Fellowships und Newsletter sowie Lehrtätigkeit an der HSG St. Gallen.

    Philipp Klöckner

    Pip ist für viele in der DACH-Tech-Szene das, was eine Tagesschau für Nachrichtenkonsumenten ist: die Default-Frequenz. Mit dem Doppelgänger Tech Talk hat er gemeinsam mit Philipp Glöckler einen Podcast etabliert, der Public-Markets-Analyse, AI-News und VC-Perspektive in einem Format bündelt, das Operator und Investor gleichermaßen ernst nehmen.

    Kernaussagen:

    • „AI ist kein Feature, sondern eine Frage der Kapitalallokation." – Pip denkt AI konsequent von der Kostenseite (Compute, Margin, Moat) her und korrigiert damit zuverlässig den Hype.
    • Europäische Companies unterschätzen systematisch, wie schnell AI-native Konkurrenz Vertriebskosten halbiert – ein Punkt, den er u. a. in seinem OMR-Vortrag detailliert herleitet.

    Wo er publiziert:

    Rasmus Rothe

    Rasmus Rothe ist Mitgründer von Merantix und damit einer der wenigen europäischen Operator, die gleichzeitig Foundry, VC und Hub (Merantix AI Campus Berlin) gebaut haben. Sein Blickwinkel ist der eines Company-Builders, nicht der eines reinen Investors – das macht seine Argumente operationaler als die der meisten VC-Voices.

    Kernaussagen:

    • „Europa muss aufhören, Forschung zu finanzieren, ohne sie zu kommerzialisieren." – seine wiederkehrende Kritik an Förderpolitik.
    • Vertical-AI-Companies aus Europa (Health, Industrial, Mobility) haben einen echten Daten-Moat, den US-Generalisten nicht replizieren können.

    Wo er publiziert: LinkedIn, Merantix-Blog, Vorträge auf Rise of AI und World Summit AI.

    Must-follow Shortlist 2026

    Wenn du nur die wichtigsten Stimmen pro Kategorie abonnieren willst – diese hier sind unsere Empfehlung. Innerhalb jeder Kategorie alphabetisch sortiert.

    Builder & Foundation Models

    Wer baut, was die Welt morgen nutzt.

    • Amichay Even Chen – Zeigt Vibe Coding live statt es zu predigen; die ehrlichste Tool-Quelle in Europa.
    • Arthur Mensch – Europas wichtigste Foundation-Model-Stimme; ohne ihn keine Souveränitäts-Debatte.
    • Clément Delangue – Open-Source-Pol des AI-Stacks; setzt die Datenpunkte, mit denen alle anderen argumentieren.
    • Demis Hassabis – Wissenschaftlich gewichtigste AI-Stimme aus UK; Frontier-Research und Gemini-Roadmap in einer Person.
    • Jonas Andrulis – Lautester deutscher Verfechter von Sovereign-AI für Verwaltung und Industrie.
    • Mustafa Suleyman – Strategische Containment-Perspektive aus UK/Microsoft; The Coming Wave als Pflichtlektüre.
    • Ségolène Martin – Vertical-AI in Drug Discovery; Beweis, dass Europas Stärke in regulierten Domänen liegt.
    • Zuzanna Stamirowska – Europäische Post-Transformer-Architektur live, nicht im Whitepaper.

    Wissenschaft & Analyse

    Wer einordnet statt verkauft.

    • Björn Ommer – Mit-Erfinder von Stable Diffusion; Demokratisierung durch Algorithmus statt Compute.
    • Fabian Westerheide – Langzeit-Beobachter, der Hype-Wellen in 10-Jahres-Trends einordnet.
    • Hannah Bast – Wissenschaftliche Strenge gegen LLM-Hype; Knowledge Graphs als die andere Hälfte der Lösung.
    • Peter Buxmann – Akademische Brücke in deutsche Wirtschafts-Realität via F.A.Z. KI-Podcast.

    Policy & Ökosystem

    Wer das Spielfeld prägt, auf dem alle anderen bauen.

    • Andrea Renda – Strukturelle Policy-Analyse aus dem CEPS; Pflicht für alle, die EU-AI-Strategie verstehen wollen.
    • Gabriele Mazzini – Architekt des AI Act selbst; erklärt das Gesetz, das er geschrieben hat.
    • Kai Zenner – Übersetzt den AI Act schneller als jede Kanzlei – und kostenlos auf LinkedIn.
    • Vanessa Cann – Verbindet Policy, Bühne und Praxis; Pflicht für alle, die AI in Konzernen ausrollen.

    DACH-Investoren & Operator

    Wer Kapital, Strategie und operative Umsetzung verbindet.

    • Jenny Podewils – People-AI im Konzern; macht sichtbar, wie AI HR und Enablement wirklich verändert.
    • Judith Dada – Schärfste VC-Diagnose, warum Europa um die schweren Teile herumläuft.
    • Léa Steinacker – ada Learning & Lovelace Festival; Deutschlands Default-Bühne für AI-Literacy.
    • Philipp Klöckner – Default-Frequenz für AI-Markt-Logik im DACH; korrigiert Hype mit Zahlen.
    • Rasmus Rothe – Operator-Perspektive aus Foundry, VC und Hub – selten in einer Person.

    Wie wir diese Liste pflegen

    Die Auswahl folgt drei Kriterien:

    1. Praxis vor Theorie. Wer regelmäßig selbst baut, investiert oder operativ verantwortet, kommt rein. Reine Konferenz-Stimmen nicht.
    2. Eigenes Format. Mindestens ein Kanal (Podcast, YouTube, Newsletter), der nicht nur reposted, sondern eigene These produziert.
    3. Europäischer Kontext. Markt, Regulatorik oder Kapitalumfeld muss erkennbar in der Argumentation auftauchen.

    Du vermisst jemanden? Schreib uns – wir kuratieren die Liste über das Jahr 2026 weiter aus. Mehr zu unserer Haltung dahinter findest du im AI-First-People-First-Manifest und in unserer Übersicht zur agency-ähnlichen Evolution.

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