
TL;DR: „Eine Website bewertet SaaS-Produkte danach, ob Claude sie als .md-Datei ersetzen kann. Klingt absurd – trifft aber einen Nerv."
— Till FreitagIn 30 Sekunden
deathbyclawd.com ist der „SaaSpocalypse Survival Scanner": Du gibst eine SaaS-URL ein und bekommst einen „Death Score" – wie wahrscheinlich es ist, dass Claude dein Produkt durch eine Markdown-Datei ersetzt. Die Scores reichen von IMMORTAL (Google, Cisco) bis SWEATING (Intuit, Shopify, Adobe). Satire? Ja. Komplett daneben? Nein.
Was Death by Clawd eigentlich misst
Die Website analysiert SaaS-Produkte auf mehreren Achsen:
| Score-Range | Status | Bedeutung |
|---|---|---|
| 0–10 | IMMORTAL | Physische Infrastruktur, Hardware, unersetzbares Moat |
| 11–20 | SAFE | Komplexe Integrations-Ökosysteme, regulatorische Tiefe |
| 21–30 | SWEATING | Kernfunktion grundsätzlich durch AI replizierbar |
| 31+ | DEAD | Reines UI-Wrapper-SaaS – Claude kann das als Skill |
Die besten Zitate verdeutlichen die Logik:
„Intuit spent 40 years building a tax empire only to watch Claude read the entire IRS codex in 0.3 seconds."
„You can't replace Microsoft with a .md file, but Microsoft is absolutely trying to replace YOU with one."
Warum das relevant ist
Die SaaS-Disruption ist real
Hinter der Satire steckt eine ernste Beobachtung: Viele SaaS-Produkte sind im Kern UI-Wrapper um Logik, die ein LLM replizieren kann. Das betrifft besonders:
- Formular-Builder – Claude kann Formulare generieren und validieren
- Reporting-Tools – Datenanalyse ist eine Kernkompetenz von LLMs
- Content-Management – Markdown + AI = funktionierendes CMS
- Einfache CRMs – Kontaktdaten + Automatisierungen als Skill
Was nicht ersetzbar ist
Die „IMMORTAL"-Scores zeigen, wo die Grenze liegt:
- Physische Infrastruktur – Google (Rechenzentren), Cisco (Kabel), Marriott (Hotels)
- Regulatorische Tiefe – ADP (Lohnabrechnung), CrowdStrike (Cybersecurity)
- Netzwerk-Effekte – Booking.com (Hotelbestand), Netflix (Content-Lizenzen)
- Hardware-Lock-in – Palantir (Regierungssysteme), Palo Alto (Firewalls)
Die Vibe-Coding-Verbindung
Death by Clawd illustriert perfekt, was wir bei Vibe Coding beobachten: Die Einstiegshürde für Software sinkt gegen null. Wenn ein LLM ein funktionierendes Tool als Markdown-Datei generieren kann, dann ist die Frage nicht mehr „Können wir das bauen?", sondern „Warum zahlen wir dafür?"
Das bedeutet nicht, dass alle SaaS-Produkte sterben. Es bedeutet, dass SaaS-Produkte, deren einziger Wert eine hübsche UI ist, ein Problem haben. Der Wert muss woanders liegen:
- Daten-Netzwerk-Effekte – je mehr Nutzer, desto besser das Produkt
- Compliance & Zertifizierungen – regulatorische Gräben
- Integrations-Ökosysteme – tiefe Verzahnung mit Unternehmens-IT
- Proprietäre Algorithmen – nicht-triviale Logik, die ein LLM nicht einfach repliziert
Was das für Tool-Auswahl bedeutet
Wenn du heute ein SaaS-Tool evaluierst, füge eine neue Frage zum Bewertungsframework hinzu:
Könnte ein LLM die Kernfunktion dieses Tools als Skill replizieren?
Wenn ja, überleg dir:
- Zahlst du für die Logik oder für die UI?
- Gibt es einen Daten-Moat, der das Tool unersetzbar macht?
- Wie tief ist die Integration in bestehende Systeme?
Fazit
Death by Clawd ist Satire – aber die beste Art von Satire: die, die einen wahren Kern trifft. Die SaaSpocalypse ist nicht „AI ersetzt alle Software". Sie ist: AI macht die Einstiegshürde so niedrig, dass SaaS-Produkte ihren Wert jenseits der UI beweisen müssen.
Drei Takeaways:
- UI-Wrapper-SaaS ist bedroht – wenn die Kernlogik in einem Prompt steckt, ist das Produkt austauschbar
- Moats zählen mehr denn je – Daten, Compliance, Netzwerk-Effekte sind der neue Schutzwall
- Tool-Auswahl braucht eine AI-Frage – „Kann ein LLM das?" gehört in jede Evaluation
→ Was ist Vibe Coding? → Tool-Auswahl: Die Nadel im Heuhaufen → Kontakt aufnehmen
Wie hoch ist dein Death Score?
5 Fragen – und du weißt, ob Claude dein SaaS ersetzen kann.








