Projektmanagement in der Energiewende: Wind, Solar & digitale Workflows

    Till FreitagTill Freitag8. Februar 20263 min Lesezeit
    Till Freitag

    TL;DR: „Die Energiewende scheitert nicht an Technologie, sondern an Projektmanagement. Genehmigungen, Stakeholder, Fristen – wer das digital steuert, baut schneller."

    — Till Freitag

    Die Energiewende ist ein Projektmanagement-Problem

    Deutschland will bis 2030 seinen Anteil erneuerbarer Energien auf 80 % steigern. Das bedeutet: tausende neue Solar- und Windkraftprojekte müssen geplant, genehmigt und gebaut werden. Und genau hier liegt das Problem – nicht bei der Technologie, sondern bei der Projektsteuerung.

    Ein typisches Windkraft-Projekt dauert von der ersten Standortanalyse bis zur Inbetriebnahme 5–7 Jahre. Ein PV-Freiflächenpark immerhin noch 2–3 Jahre. Der Großteil dieser Zeit geht nicht für den Bau drauf, sondern für Genehmigungsverfahren, Stakeholder-Abstimmungen und Dokumentation.

    Die Projektphasen bei erneuerbaren Energien

    Phase 1: Standortanalyse und Flächensicherung

    Potenzielle Standorte identifizieren, Grundstückseigentümer kontaktieren, Pachtverträge verhandeln, erste Machbarkeitsstudien durchführen. Allein in dieser Phase sind dutzende Kontakte, Verträge und Dokumente zu managen.

    Phase 2: Genehmigungsverfahren

    Das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) bei Windkraft, Bauleitplanung bei PV – die regulatorischen Anforderungen sind komplex und unterscheiden sich je nach Bundesland. Gutachten müssen beauftragt werden (Artenschutz, Schallimmission, Schattenwurf), Behörden eingebunden, Einwendungen bearbeitet.

    Phase 3: Planung und Ausschreibung

    Technische Detailplanung, Ausschreibung der Bauleistungen, Netzanschluss-Koordination mit dem Netzbetreiber, Finanzierung sichern.

    Phase 4: Bau und Inbetriebnahme

    Bauausführung, Qualitätskontrolle, Abnahmen, Netzanschluss, Probebetrieb.

    Phase 5: Betrieb und Monitoring

    Laufende Wartung, Performance-Monitoring, Reporting an Investoren, Flächenmanagement.

    Warum klassische Tools versagen

    Die meisten Projektentwickler arbeiten mit einer Kombination aus Excel, Outlook, SharePoint und branchenspezifischen GIS-Systemen. Das Problem:

    • Keine zentrale Übersicht über den Status aller laufenden Projekte im Portfolio
    • Genehmigungsfristen werden in Outlook-Kalendern getrackt – wenn die Person im Urlaub ist, verpasst niemand die Frist
    • Stakeholder-Kommunikation per E-Mail – wer hat wann was mit welcher Behörde besprochen?
    • Gutachten-Status unklar – ist das Artenschutzgutachten beauftragt, in Arbeit oder fertig?
    • Parallelprojekte nicht vergleichbar – jeder Projektleiter hat seine eigene Struktur

    Digitale Projektsteuerung mit monday.com

    Portfolio-Board: Alle Projekte auf einen Blick

    Ein zentrales Portfolio-Board zeigt alle laufenden Projekte mit:

    • Standort und Leistung (MW)
    • Aktuelle Phase (Standortanalyse → Genehmigung → Planung → Bau → Betrieb)
    • Nächster Meilenstein und Frist
    • Risiko-Ampel (Grün/Gelb/Rot)
    • Verantwortlicher Projektleiter

    Die Geschäftsführung sieht sofort, wo es klemmt – ohne in einzelne Projekte eintauchen zu müssen.

    Genehmigungs-Tracker

    Für jedes Projekt ein detailliertes Board mit allen regulatorischen Schritten:

    • Welche Gutachten sind erforderlich?
    • Status jedes Gutachtens (Beauftragt → In Arbeit → Eingereicht → Genehmigt)
    • Behörden-Kontakte und Gesprächsprotokolle
    • Fristen mit automatischen Erinnerungen (30, 14, 7 Tage vorher)
    • Einwendungen und deren Bearbeitung

    Stakeholder-Management

    Grundstückseigentümer, Behörden, Netzbetreiber, Gutachter, Investoren, Anwohner – jedes Energieprojekt hat dutzende Stakeholder. Ein CRM-ähnliches Board dokumentiert:

    • Wer ist der Ansprechpartner?
    • Was wurde besprochen? (Activity Log)
    • Welche Vereinbarungen wurden getroffen?
    • Nächster Kontaktpunkt

    Automatisierungen für die Energiewende

    • Phasenwechsel → Checkliste: Wenn ein Projekt in die nächste Phase wechselt, wird automatisch die passende Checkliste erstellt
    • Frist in 30 Tagen → Erinnerung: Automatische Benachrichtigung an Projektleiter und Geschäftsführung
    • Gutachten fertig → Status-Update: Connected Board aktualisiert automatisch den Projektfortschritt
    • Monatlicher Portfolio-Report → automatisch generiert und an Investoren versendet

    Multi-Stakeholder-Koordination in der Praxis

    Das Besondere an Energieprojekten ist die Vielzahl und Verschiedenheit der Beteiligten. Ein Windpark-Projekt involviert typischerweise:

    • 3–5 Grundstückseigentümer
    • 2–3 Behörden (Kreis, Bezirk, Land)
    • 4–6 Gutachterbüros
    • 1 Netzbetreiber
    • 1–2 Investoren/Banken
    • Lokale Bürgerinitiative(n)

    Jeder dieser Stakeholder hat eigene Anforderungen, Fristen und Kommunikationspräferenzen. Ohne ein zentrales System geht garantiert etwas unter.

    Fazit: Schneller planen, schneller bauen

    Die Energiewende braucht nicht nur mehr Geld und mehr Flächen – sie braucht besseres Projektmanagement. Wer seine Projekte digital steuert, beschleunigt Genehmigungsverfahren, reduziert Fristversäumnisse und behält auch bei 20+ Parallelprojekten den Überblick.

    monday.com ersetzt keine GIS-Software oder Windgutachten. Aber es ist die Steuerungsebene, die alles zusammenhält – und die in der Branche bisher fehlt.

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