
monday.com vs. Notion: Warum Notion kein echtes Projektmanagement-Tool ist
TL;DR: „Notion ist ein brillantes Wiki, das sich als PM-Tool verkleidet. Für echtes Projektmanagement mit Automatisierungen, Abhängigkeiten, Dashboards und Skalierung ist monday.com die klar bessere Wahl."
— Till FreitagNotion ist beliebt – aber wofür?
Notion hat sich als All-in-One Workspace einen Namen gemacht. Docs, Wikis, Datenbanken, Kanban-Boards – alles in einer hübschen, minimalistischen Oberfläche. Für persönliche Notizen, Knowledge Bases und Content-Planung ist Notion hervorragend.
Aber dann passiert etwas: Ein Team wächst. Projekte werden komplex. Deadlines müssen eingehalten werden. Abhängigkeiten tauchen auf. Und plötzlich stößt Notion an seine Grenzen – weil es nie als Projektmanagement-Tool gebaut wurde.
Die Unternehmen im Überblick
| Kennzahl | monday.com | Notion |
|---|---|---|
| Gründung | 2012 | 2013 |
| Hauptsitz | Tel Aviv, Israel | San Francisco, USA |
| Mitarbeiter | ~2.200 | ~800 |
| Umsatz (2025) | ~1,2 Mrd. $ | ~600 Mio. $ ARR |
| Kunden | 225.000+ | 100 Mio.+ Nutzer |
| Entwickler (geschätzt) | ~800 | ~350 |
| Börse / Status | NASDAQ (MNDY) | Privat |
| Bewertung | ~15 Mrd. $ | ~11 Mrd. $ |
| Letzte Finanzierung | IPO 2021 (574 Mio. $) | Series C (275 Mio. $, 2021) |
| Marktanteil (geschätzt) | ~15 % (Work Management) | ~8 % (Productivity) |
Notion hat viele Nutzer, aber der Großteil nutzt das Tool gratis. monday.com ist börsennotiert und hat dreimal so viele zahlende Organisationen.
Der fundamentale Unterschied
Notion ist ein flexibler Dokumenten-Workspace mit Datenbankfunktionen. monday.com ist ein Work OS – eine Plattform, die speziell für die Steuerung von Arbeit, Prozessen und Teams entwickelt wurde.
Das klingt nach Marketing-Sprech, zeigt sich aber in der täglichen Arbeit:
| Kriterium | monday.com | Notion |
|---|---|---|
| Projektplanung | ⭐⭐⭐⭐⭐ – Gantt, Timeline, Workload nativ | ⭐⭐ – Nur über Workarounds |
| Automatisierungen | ⭐⭐⭐⭐⭐ – 200+ No-Code Recipes | ⭐⭐ – Nur über externe Tools |
| Abhängigkeiten | ✅ Nativ mit visueller Darstellung | ❌ Nicht vorhanden |
| Dashboards & Reporting | ⭐⭐⭐⭐⭐ – Multi-Board Dashboards | ⭐⭐ – Begrenzte Datenbankansichten |
| Ressourcenplanung | ✅ Workload-Ansicht | ❌ Nicht vorhanden |
| Integrationen | 200+ native + Make/Zapier | 70+ native + Zapier |
| Benutzerfreundlichkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ – Sofort produktiv | ⭐⭐⭐⭐ – Flexibel, aber Setup-intensiv |
| Wiki & Docs | ⭐⭐⭐ – WorkDocs (solide) | ⭐⭐⭐⭐⭐ – Kernkompetenz |
| AI-Features | ⭐⭐⭐⭐⭐ – Sidekick, Agents, Vibe Coding | ⭐⭐⭐⭐ – Notion AI (gut für Text) |
| Enterprise-Readiness | ⭐⭐⭐⭐⭐ – SOC 2, HIPAA, Governance | ⭐⭐⭐⭐ – SOC 2 vorhanden |
5 Gründe, warum Notion im Projektmanagement scheitert
1. Keine echten Automatisierungen
Das ist der größte Dealbreaker. In monday.com baust du in 2 Minuten eine Automatisierung:
„Wenn Status sich ändert zu ‚Done' → benachrichtige Manager → verschiebe Item in Archiv-Gruppe → aktualisiere Dashboard"
In Notion? Geht nicht. Du brauchst Zapier, Make oder eine API-Integration – und selbst dann ist die Flexibilität begrenzt. Für jedes Team, das mehr als 5 Personen hat, ist das ein massiver Produktivitätsverlust.
2. Keine Abhängigkeiten und Timelines
Projekte bestehen aus Aufgaben, die voneinander abhängen. Task B kann erst starten, wenn Task A fertig ist. In monday.com siehst du das in der Timeline-Ansicht mit visuellen Abhängigkeiten – verschiebst du Task A, verschiebt sich Task B automatisch.
Notion hat keine native Abhängigkeitsfunktion. Du kannst Relations zwischen Datenbanken erstellen, aber das ist kein Ersatz für echtes Dependency-Management. Keine automatische Verschiebung, keine kritischen Pfade, keine Meilenstein-Tracking.
3. Keine Workload-Planung
Wer arbeitet gerade an was? Wer ist überlastet? Wer hat Kapazitäten? monday.com beantwortet das mit der Workload-Ansicht – ein visuelles Tool, das Aufwand pro Person über Boards hinweg aggregiert.
In Notion musst du dir diese Information manuell zusammensuchen. Es gibt keine native Ressourcenplanung, keine Kapazitätsansicht, kein Effort-Tracking.
4. Dashboards: Berichte vs. Datenbank-Views
monday.com Dashboards aggregieren Daten aus mehreren Boards in einem Überblick: Budgets, Timelines, Fortschritt, Auslastung – alles auf einen Blick, mit 30+ Widget-Typen.
Notion bietet Datenbankansichten – Tabellen, Kanban, Kalender, Gallery. Das ist nützlich für einzelne Datenbanken, aber es fehlt die Möglichkeit, Daten aus verschiedenen Quellen in einem einzigen Dashboard zusammenzuführen. Für Management-Reporting ist das unzureichend.
5. Skalierung: Die Notion-Falle
Notion funktioniert großartig, solange das Team klein ist und die Struktur überschaubar bleibt. Aber mit wachsender Teamgröße passiert Folgendes:
- Seiten-Chaos: Hunderte verschachtelte Seiten, die niemand mehr findet
- Performance: Große Datenbanken werden spürbar langsamer
- Berechtigungen: Komplexes Permission-Management über Workspace, Teamspaces und Seiten
- Onboarding: Neue Teammitglieder brauchen Tage, um die Struktur zu verstehen
monday.com skaliert by design: Klare Board-Struktur, Workspaces für Abteilungen, rollenbasierte Berechtigungen und ein Konzept, das auch bei 500+ Usern funktioniert.
Wo Notion besser ist
Ehrlich gesagt – in einigen Bereichen ist Notion die bessere Wahl:
- Knowledge Management: Notion ist das beste Wiki-Tool auf dem Markt. Verschachtelte Seiten, Datenbank-Relations, flexible Templates – für Dokumentation und Wissensmanagement ungeschlagen.
- Content-Planung: Für Editorial Calendars und Content-Pipelines ist Notions Flexibilität ein Vorteil.
- Persönliche Produktivität: Als persönliches Second Brain ist Notion hervorragend.
- Preis für kleine Teams: Das Free-Tier ist großzügiger als bei monday.com.
Aber…
Sobald es um operative Arbeit geht – Projekte steuern, Teams koordinieren, Prozesse automatisieren – fehlen Notion die fundamentalen Werkzeuge. Es ist wie der Unterschied zwischen einem Schweizer Taschenmesser und einer professionellen Werkstatt.
Preisvergleich
| Plan | monday.com | Notion |
|---|---|---|
| Free | Bis 2 User | Unbegrenzt (limitiert) |
| Basic/Plus | ab 9 €/User/Monat | ab 10 $/User/Monat |
| Standard/Business | ab 12 €/User/Monat | ab 15 $/User/Monat |
| Pro/Enterprise | ab 16 €/User/Monat | Auf Anfrage |
| Enterprise | Auf Anfrage | Auf Anfrage |
Die Preise sind vergleichbar – aber der Funktionsumfang für Projektmanagement ist bei monday.com dramatisch größer. Bei Notion zahlst du für ein besseres Wiki. Bei monday.com für ein komplettes Work OS.
Die hybride Lösung: monday.com + Notion
Viele Teams, die wir beraten, nutzen tatsächlich beide Tools:
- Notion für Wiki, Dokumentation und Knowledge Base
- monday.com für Projektmanagement, Automatisierungen und operative Steuerung
Das funktioniert gut, weil die Tools unterschiedliche Stärken haben. Über Make oder Zapier lassen sich beide verbinden – z. B. wenn ein Projekt in monday.com abgeschlossen wird, wird automatisch eine Retrospektive-Seite in Notion erstellt.
Für wen ist was?
Notion passt, wenn du…
- Primär Dokumentation und Wissensmanagement brauchst
- Ein kleines Team (< 10) mit einfachen Projekten hast
- Content-Planung und persönliche Produktivität im Fokus stehen
- Kein Budget für separate Tools hast
monday.com passt, wenn du…
- Echtes Projektmanagement mit Timelines und Abhängigkeiten brauchst
- Automatisierungen für wiederkehrende Prozesse willst
- Mehrere Teams und Abteilungen koordinierst
- Reporting und Dashboards für Stakeholder benötigst
- CRM, Entwicklung oder Support auf derselben Plattform laufen sollen
Unser Fazit
Notion ist ein brillantes Dokumentations-Tool, das sich als Projektmanagement-Lösung verkleidet. Solange du nur Aufgaben in Listen packst und Kanban-Boards schiebst, funktioniert es. Sobald du echtes Projektmanagement brauchst – mit Automatisierungen, Abhängigkeiten, Dashboards und Skalierung – ist monday.com die einzig sinnvolle Wahl.
Nicht weil Notion schlecht ist – sondern weil es für einen anderen Zweck gebaut wurde.
Du nutzt Notion für Projektmanagement und stößt an Grenzen? Wir helfen dir beim Umstieg auf monday.com – inklusive Datenmigration und Team-Onboarding. Buche dein kostenloses Erstgespräch.







