
We Care: Warum Haltung wichtiger ist als Skills
TL;DR: „We care – für Kunden, Partner, Team, Gesellschaft, Natur und uns selbst. Wer aus Hospitality oder Customer Service kommt, versteht das im Schlaf. Wer es nicht versteht, passt nicht zu uns."
— Till FreitagWe care.
Zwei Worte. Klingen weich. Sind in Wahrheit das härteste Filterkriterium, das wir haben.
Wir kümmern uns. Nicht im Marketing-Sinn („Ihre Zufriedenheit ist uns wichtig" – auf einer Hotline, die dich 40 Minuten in der Warteschleife hält). Sondern im operativen Sinn: Wir handeln so, als wäre der andere wichtig. Weil er es ist.
Sechs Richtungen, eine Haltung
1. Für unsere Kunden
Wir behandeln Kundenprojekte nicht als Tickets, die abgearbeitet werden, sondern als Probleme, die gelöst werden müssen. Wenn wir merken, dass eine Lösung nicht funktioniert, sagen wir das. Auch wenn es uns Umsatz kostet. Auch wenn der Kunde es nicht hören will.
2. Für unsere Partner
Partner sind keine Lieferanten, die man drückt. Sie sind Verbündete. Wir zahlen Rechnungen pünktlich, geben ehrliches Feedback und empfehlen sie weiter, wenn sie gut sind. Im Gegenzug erwarten wir dasselbe. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.
3. Für unsere Mitarbeitenden
Niemand bei uns arbeitet sich kaputt für eine Deadline, die jemand anders gesetzt hat, ohne nachzudenken. Niemand wird angeschrien. Niemand muss am Wochenende erreichbar sein. Punkt. (Siehe auch: Don't work for assholes.)
4. Für die Gesellschaft
Wir wählen Projekte aus. Wir lehnen Projekte ab. Wir spenden – nicht für PR, sondern weil es richtig ist. Mehr dazu im Impact Beyond Business Manifest.
5. Für die Natur
Remote-first ist nicht nur ein Lifestyle, sondern auch eine ökologische Entscheidung: keine Pendler-Emissionen, keine Büroflächen, die geheizt werden müssen. Wir reisen, wenn es Sinn ergibt – nicht, weil es Standard ist.
6. Für uns selbst
Self-care ist keine Schwäche. Wer ausgebrannt ist, hilft niemandem. Wir achten auf uns – damit wir auf andere achten können.
Warum Hospitality und Customer Service unser geheimer Filter sind
Die meisten von uns haben irgendwann mal in der Gastronomie, im Service oder im Verkauf gearbeitet. Kellnern. An der Hotelrezeption. Im Callcenter. Im Einzelhandel.
Diese Erfahrungen prägen. Wer mal um 23 Uhr noch lächeln musste, obwohl der Gast unausstehlich war, weiß, was Service heißt. Wer mal eine Beschwerde so behandelt hat, dass der Kunde am Ende dankbar war, hat etwas verstanden, was man in keinem Consulting-Onboarding lernt.
Empathie unter Druck. Lösungsorientierung statt Schuldzuweisung. Den anderen sehen, bevor man sich selbst sieht.
Das sind keine Skills. Das ist Haltung.
Was das fürs Hiring bedeutet
Wir lesen Lebensläufe gegen den Strich. Wer aus dem Service kommt, bevor er ins Tech ging, bekommt von uns einen Vertrauensvorschuss. Nicht weil das Servieren von Tellern technische Probleme löst – sondern weil es zeigt, dass jemand:
- mit Menschen umgehen kann, auch wenn sie schwierig sind
- Druck aushält, ohne unhöflich zu werden
- versteht, dass „Kundenorientierung" kein Buzzword ist, sondern eine tägliche Praxis
Kandidaten, die das mitbringen, passen fast immer besser zu uns als die, die nur Code schreiben können. Weil unsere Arbeit zu 50% Beziehung ist – und zu 50% Handwerk.
Care ist auch ein Filter für Kunden
Ja, wir prüfen unsere Kunden auf Care. Nicht offiziell. Aber konsequent.
Wenn jemand im ersten Call das Team von Vorgängern schlechtredet, ohne Selbstkritik – Warnsignal. Wenn jemand Lieferanten als „austauschbar" bezeichnet – Warnsignal. Wenn jemand Mitarbeitende per Chat feuert – kein Projekt der Welt ist es wert.
Care ist nicht naiv. Care ist strategisch. Wer nicht für andere sorgt, wird auch nicht für die Beziehung zu uns sorgen.
Care als Wettbewerbsvorteil
Klingt nach Plattitüde. Ist aber messbar:
- Niedrige Fluktuation: Menschen bleiben, wo sie sich wohlfühlen.
- Hohe Empfehlungsquote: Kunden, die sich gesehen fühlen, empfehlen weiter.
- Stabile Partnerschaften: Partner, die respektiert werden, geben uns Priorität.
- Klarheit im Team: Wer nach Care lebt, muss weniger über Konflikte reden.
Das sind keine soft metrics. Das sind harte ökonomische Hebel.
Das ist Till Freitag
Elf Prinzipien. Ein Betriebssystem. Care als Fundament.
Wenn das, was du gerade gelesen hast, kitschig klingt, sind wir vielleicht nicht die Richtigen für dich. Wenn es Sinn ergibt, lass uns reden.
Mehr aus dem Manifest
Alle elf Prinzipien, die definieren, wie wir arbeiten. Lies sie in beliebiger Reihenfolge – sie verstärken sich gegenseitig.
