
Senior-Only: Warum wir keine Junioren auf Kundenprojekte setzen
TL;DR: „Wir setzen keine Junioren auf Kundenprojekte. Nicht aus Arroganz – sondern weil eure Zeit zu wertvoll ist für Lernkurven auf eurer Rechnung."
— Till FreitagDas Pyramiden-Modell der Beratung
Jede große Beratung funktioniert gleich: Oben steht ein Partner, der den Deal macht. Darunter ein Manager, der das Projekt steuert. Und ganz unten? Drei bis fünf Junior-Analysten, die die eigentliche Arbeit machen.
Das ist kein Geheimnis. Das ist das Geschäftsmodell.
| Rolle | Tagessatz | Erfahrung | Zeit auf Projekt |
|---|---|---|---|
| Partner | 8.000–12.000+ € | 15+ Jahre | 5 % |
| Projekt Manager | 5.000–6.000 € | 10–15 Jahre | 15 % |
| Manager | 3.500–5.500 € | 8–12 Jahre | 20 % |
| Senior Consultant | 2.500–3.500 € | 4–7 Jahre | 30 % |
| Junior Analyst | 1.500–2.500 € | 0–3 Jahre | 80 % |
Quellen: McKinsey GSA-Preisliste 2024, öffentlich einsehbare Rahmenverträge und Branchenberichte (z.B. ALM Intelligence, Source Global Research). Die tatsächlichen Tagessätze variieren je nach Region, Projektumfang und Verhandlung.
Ihr bezahlt für den Namen des Partners. Ihr bekommt die Lernkurve des Juniors.
Das ist nicht böswillig – es ist systemisch. Die Pyramide braucht eine breite Basis, um profitabel zu sein. Und diese Basis besteht aus Menschen, die noch lernen.
Warum wir das so genau wissen
Wir kommen nicht aus der klassischen Unternehmensberatung. Wir kommen aus Management-Positionen – aus der Wirtschaft, aus Unternehmen, die Berater eingekauft haben. Wir saßen auf der anderen Seite des Tisches. Wir haben die Junior-Analysten erlebt, die mit dem Wissen des Partners verkauft wurden. Wir haben die Rechnungen bezahlt, die nicht zum Output gepasst haben.
Genau deshalb haben wir Till Freitag anders aufgebaut.
Was „noch lernen" in der Praxis bedeutet
Stellt euch vor, ihr habt ein AI-Integrationsprojekt. Die Fragen, die entscheiden, ob das Projekt fliegt oder crasht, sind:
- Welche Architektur skaliert?
- Wo sind die Daten-Fallstricke?
- Was sieht im Prototyp gut aus, bricht aber in Production?
- Welche Edge Cases kennt nur jemand, der sie schon erlebt hat?
Ein Junior kann diese Fragen googeln. Ein Senior hat sie schon dreimal beantwortet – in echten Projekten, mit echten Konsequenzen. Der Unterschied sind nicht Monate. Der Unterschied sind Jahre an Erfahrung, die sich in Stunden auszahlen.
Ein Senior braucht 2 Stunden für eine Architekturentscheidung, für die ein Junior 2 Wochen recherchiert – und trotzdem die falsche trifft.
Unser Modell: Jeder ist Senior
Bei Till Freitag gibt es keine Pyramide. Es gibt ein Team aus Spezialisten, die alle mindestens 10 Jahre Erfahrung in ihrem Feld haben. Und jeder von ihnen arbeitet direkt am Kundenprojekt.
Das bedeutet:
- Kein „Knowledge Transfer" von Partner zu Junior
- Keine Einarbeitungszeit auf eurer Rechnung
- Keine Fehler, die ein erfahrener Entwickler sofort gesehen hätte
- Kein Overhead durch Hierarchie-Ebenen
Aber ist das skalierbar?
Ehrliche Antwort: Nein. Nicht im McKinsey-Sinne. Wir werden nie 50.000 Berater haben. Das ist auch nicht das Ziel.
Unser Ziel ist es, für wenige Kunden exzellente Ergebnisse zu liefern. Nicht für viele Kunden mittelmäßige.
Das bedeutet: Wir sagen öfter Nein als Ja. Wir nehmen nur Projekte an, bei denen unser Team einen echten Unterschied macht. Und wir wachsen nur dann, wenn wir Menschen finden, die unseren Qualitätsanspruch teilen.
Warum AI das Senior-Modell verstärkt
Hier wird es spannend: AI-Tools wie Cursor, Claude und Lovable sind Multiplikatoren für Erfahrung.
Ein Junior mit AI-Tools ist schneller als ein Junior ohne. Aber ein Senior mit AI-Tools? Das ist eine andere Liga.
| Szenario | Junior + AI | Senior + AI |
|---|---|---|
| Code generieren | Funktioniert oft | Funktioniert und ist production-ready |
| Architektur entwerfen | Übernimmt AI-Vorschlag | Hinterfragt und verbessert AI-Vorschlag |
| Edge Cases erkennen | Übersieht sie | Fragt gezielt danach |
| Debugging | Trial and Error | Pattern Recognition |
| Code Review | Akzeptiert AI-Output | Refactored AI-Output |
AI ersetzt keine Erfahrung – sie amplifiziert sie. Wer wenig Erfahrung hat, bekommt von AI schnellere Ergebnisse. Wer viel Erfahrung hat, bekommt von AI bessere Ergebnisse.
Das ist der Grund, warum unser 4-Wochen-Modell funktioniert: Nicht weil die Tools so gut sind – sondern weil die Menschen, die sie nutzen, wissen, was sie tun.
Die drei Prinzipien des Senior-Only-Modells
1. Jeder baut
Bei uns gibt es niemanden, der nur koordiniert, nur präsentiert oder nur managed. Jeder im Team baut. Jeder schreibt Code, designt Systeme, spricht mit Kunden. Titel sind Schall und Rauch – Output zählt.
2. Lernkurven sind unsere Kosten, nicht eure
Natürlich lernen auch Seniors. Jeden Tag. Aber diese Lernkurve finanzieren wir selbst – durch interne Projekte, Forschung und Weiterbildung. Was auf eurer Rechnung steht, ist produktive Arbeit. Keine Einarbeitung.
3. Weniger Köpfe, mehr Impact
Wo andere 8 Leute brauchen, brauchen wir 2. Nicht weil wir übermenschlich sind, sondern weil Erfahrung plus AI-Tools die Gleichung fundamental verändert hat.
Scale Impact, Not Headcount.
4. Nachhaltige Arbeitszeiten
In klassischen Beratungen sind 60–80-Stunden-Wochen die Norm. Das wird nicht nur toleriert – es wird erwartet. Wer vor 22 Uhr geht, gilt als unmotiviert.
Bei Till Freitag läuft das anders. Kann es mal Überstunden geben? Ja, bei einem kritischen Launch oder einer engen Deadline. Aber das ist die Ausnahme, nicht die Regel – und schon gar nicht gewollt.
Nachhaltige Arbeitszeiten sind kein Perk – sie sind Teil des Modells. Wer dauerhaft 70 Stunden arbeitet, trifft schlechte Entscheidungen. Und schlechte Entscheidungen sind das Teuerste, was es gibt.
Was das für euch bedeutet
Schnellere Time-to-Value
Kein Ramp-up. Vom ersten Tag an arbeiten Menschen an eurem Projekt, die das Problem schon kennen. Die wissen, wo die Fallstricke liegen. Die Entscheidungen treffen können, ohne drei Hierarchieebenen zu konsultieren.
Weniger Risiko
Junior-Fehler in Production kosten. Nicht nur Geld, sondern Vertrauen, Zeit und Momentum. Mit einem Senior-Team reduziert ihr dieses Risiko radikal.
Direkter Draht
Kein „Ich muss das mit meinem Manager besprechen". Jeder in unserem Team kann Entscheidungen treffen. Das beschleunigt alles.
Ein ehrliches Wort an Berufseinsteiger
Senior-Only heißt nicht, dass wir Junioren geringschätzen – im Gegenteil. Aber als 100 % remote arbeitendes Unternehmen können wir Berufseinsteiger nicht so begleiten, wie wir es uns wünschen würden. Mentoring, spontanes Pair Programming am Schreibtisch nebenan, das Aufsaugen von Teamdynamik im Büro – das gehört zu einem guten Berufseinstieg dazu.
Deshalb finden wir es ehrlich gesagt gut, wenn Berufseinsteiger in einem anderen Setting starten. Mal Office-Luft schnuppern. Erfahrene Kolleg:innen über die Schulter schauen. Die Grundlagen nicht aus Slack-Threads lernen, sondern aus echten Gesprächen am Whiteboard.
Wer dann nach ein paar Jahren weiß, was er oder sie kann – und was nicht – ist bei uns genau richtig.
Wann Senior-Only nicht passt
Wenn ihr 20 Leute braucht, die Excel-Tabellen befüllen – sind wir die Falschen. Wenn das Projekt hauptsächlich aus Fleißarbeit besteht, die keine tiefe Expertise erfordert, gibt es günstigere Optionen.
Wir sind die Richtigen, wenn die Komplexität hoch ist, die Fehlerkosten noch höher, und wenn ihr in Wochen Ergebnisse braucht, nicht in Monaten.
Teil der Manifest-Serie
Dieser Artikel ist der dritte Teil unserer Manifest-Serie, in der wir erklären, warum Till Freitag anders arbeitet:
→ Anti-McKinsey: Warum wir das Consulting-Modell umdrehen → Build > Advise: In 4 Wochen liefern statt 4 Monate präsentieren → AI First = People First → Scale Impact, Not Headcount → Kontakt aufnehmen





