
Unabhängigkeit & Souveränität: Warum wir keine Investoren brauchen – und keinen einzelnen Software-Partner
TL;DR: „Keine Investoren, kein Einzel-Vendor. Wir wählen die besten Tools aus jedem Bereich und behalten die volle Entscheidungsfreiheit. Das ist kein Luxus – es ist die Voraussetzung für ehrliche Beratung."
— Till Freitag09 – Unabhängigkeit & Souveränität
Es gibt einen Satz, den wir in jedem Erstgespräch sagen: „Wir empfehlen, was für euch funktioniert – nicht, was uns die höchste Provision bringt."
Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. In der Beratungswelt gibt es zwei unsichtbare Kräfte, die jede Empfehlung verzerren können: Investoren und exklusive Vendor-Partnerschaften.
Wir haben beides nicht. Bewusst.
Keine Investoren im Nacken
Till Freitag ist bootstrapped. Kein VC, kein Angel, keine strategischen Investoren. Das bedeutet:
- Keine Wachstumsziele, die jemand anderes definiert hat
- Kein Druck, Features zu verkaufen, die niemand braucht
- Keine Exit-Strategie, die unsere Kunden zu Datenpunkten macht
- Volle Entscheidungsfreiheit – bei jedem Projekt, jedem Partner, jedem Kunden
Wenn wir einen Kunden ablehnen, weil das Projekt nicht passt, schickt uns niemand eine wütende Mail. Wenn wir ein Tool empfehlen, das kostenlos ist, kürzt uns niemand die Marge. Wenn wir sagen „das braucht ihr nicht" – meinen wir es.
Warum das selten ist
Die meisten Agenturen und Beratungen leben von Investorenkapital oder sind Teil größerer Holdings. Das erzeugt Druck:
- Umsatzziele führen zu Upselling
- Investoren-KPIs führen zu Feature-Bloat
- Exit-Szenarien führen zu kurzfristigem Denken
Wir wachsen organisch. Langsam. Nachhaltig. Das ist kein Bug – es ist ein Feature.
Kein einziger Software-Partner – viele beste
Der zweite Teil unserer Unabhängigkeit: Wir arbeiten nicht exklusiv mit einem Vendor zusammen.
Wir sind monday.com Partner. Und Lovable-Experten. Und Claude-Power-User. Und Supabase-Fans. Und Vercel-Deployer. Und Cursor-Enthusiasten. Und Retool-Kenner. Und noch etwa 140 weitere.
Warum? Weil kein einzelnes Tool alles kann. Und weil exklusive Partnerschaften zu einer der schlimmsten Beratungskrankheiten führen: Empfehlungen, die zum Portfolio passen, statt zum Problem.
Die Synergieeffekte eines Multi-Vendor-Ansatzes
Wenn du mit den Besten aus jedem Bereich arbeitest, passiert etwas Interessantes:
1. Du siehst Muster, die Mono-Vendor-Berater übersehen
Wer nur monday.com kennt, sieht jedes Problem als Board. Wer nur Salesforce kennt, sieht jedes Problem als Opportunity. Wir sehen das Problem – und wählen dann das Tool.
2. Du kannst ehrlich beraten
„Euer CRM-Problem löst ihr nicht mit einem neuen Tool, sondern mit einem besseren Prozess." – Diesen Satz kannst du nur sagen, wenn dein Umsatz nicht von Tool-Lizenzen abhängt.
3. Du baust bessere Stacks
Die besten Tech-Stacks sind hybrid: Lovable für den Prototyp, Cursor für die Production, Kiro für Specs. monday für Projektmanagement, Attio für CRM. Supabase für die DB, Vercel fürs Deployment. Das geht nur, wenn du alle kennst.
4. Du bleibst technologisch relevant
Wer sich auf einen Vendor festlegt, verpasst die nächste Welle. Wir haben 138+ Vibe-Coding-Tools analysiert und 7 Kategorien identifiziert – nicht weil wir eines verkaufen wollen, sondern weil wir alle verstehen müssen.
Souveränität in der Praxis
Bei Projekten
Wir starten jedes Projekt mit der Frage: Was braucht ihr? – nicht mit „Was können wir?"
Wenn die Antwort „ein Notion-Board und eine Google-Sheet-Automatisierung" ist, dann ist das die Empfehlung. Auch wenn wir daran weniger verdienen als an einer Custom-App.
Bei Technologie-Entscheidungen
Wir evaluieren Tools nach Fit, nicht nach Partnerschaft:
- Braucht der Kunde ein CRM? → Wir vergleichen monday CRM, Attio, HubSpot, Pipedrive
- Braucht der Kunde eine Website? → Wir vergleichen Lovable + Vercel, Webflow, Framer
- Braucht der Kunde interne Tools? → Wir vergleichen monday Vibe, Retool, Softr, Glide
Bei Team-Entscheidungen
Keine Investoren bedeutet auch: Wir stellen ein, wen wir wollen. Nicht wen ein Board für „skalierbar" hält. Menschlichkeit vor Skills. Seniors only. Remote, weil es funktioniert.
Der Preis der Unabhängigkeit
Natürlich hat Unabhängigkeit einen Preis:
- Kein Risikokapital bedeutet langsameres Wachstum
- Multi-Vendor bedeutet mehr Lernaufwand
- Keine Exklusivdeals bedeutet kleinere Partner-Margen
- Bootstrapping bedeutet Durststrecken ohne Safety Net
Aber der Preis der Abhängigkeit ist höher: verlorene Glaubwürdigkeit, verzerrte Empfehlungen und Entscheidungen, die jemand anderes trifft.
Das Manifest hinter dem Manifest
Unabhängigkeit ist kein einzelner Manifesto-Punkt. Es ist die Voraussetzung für alle anderen:
- Anti-McKinsey funktioniert nur ohne Investor, der McKinsey-Kunden will
- Build > Advise funktioniert nur, wenn du die Tools wählst, die zum Problem passen
- Senior-Only funktioniert nur, wenn niemand „aber Junioren sind billiger" sagt
- AI First = People First funktioniert nur, wenn du AI-Tools objektiv bewerten kannst
- Scale Impact, Not Headcount funktioniert nur ohne Wachstumsdruck
- Radical Autonomy funktioniert nur, wenn das Team souverän entscheiden darf
- Impact Beyond Business funktioniert nur, wenn niemand fragt „aber was bringt das für die Bewertung?"
Unabhängigkeit ist kein Luxus. Es ist die Architektur, die alles trägt.
Das gesamte Manifest
→ Anti-McKinsey: Warum wir das Consulting-Modell umdrehen → Build > Advise: In 4 Wochen liefern → Senior-Only: Keine Junioren auf Kundenprojekten → AI First = People First → Scale Impact, Not Headcount → Radical Autonomy: Remote, kleine Teams, radikale Freiheit → Impact Beyond Business: Warum uns mehr antreibt als Umsatz → Work in Progress: Warum dieses Manifest nie fertig ist → Unsere offenen Stellen → Kontakt aufnehmen

